Modernisierung Pt. 1 – Der Beginn

Wie bereits in meinem Jahresrückblick angekündigt, soll 2017 ja ganz im Zeichen von #create stehen. Nun, da ich in meiner Wohnung schon laaaaaange Probleme mit dem alten Heizsystem habe (Öl-Etagenheizung), musste eine neue Lösung her, bevor ich irgendwann in der kalten Bude sitze und dazu auch noch kein warmes Wasser mehr habe. Habt Ihr schonmal kalt geduscht? Ich schon. Das ist nicht ganz so witzig.

Bereits Ende letzten Jahres habe ich mich mit vielen Heizungsbauern, Kaminfegern und Elektrikern unterhalten. Und – nur ein gut gemeinter Tip am Rande, holt Euch bei so einem Vorhaben IMMER, also wirklich IMMER mindestens eine zweite Meinung ein, besser eine dritte. Und dann atmet mal tief durch, denn es gibt unter den Handwerkern wirklich richtig dunkelschwarze Schafe. Unfassbar, was ich teilweise erleben musste.

Dazu hole ich etwas aus:
Da ich von der Öl-Geschichte generell weg wollte, bot sich natürlich erstmal eine Gasheizung an. Problem war allerdings, dass bei uns im Haus noch gar kein Gas liegt. Das hätte also erstmal noch angeschlossen werden müssen. Da wir eine Eigentümergemeinschaft haben, die im Sinne von Gemeinschaft definitiv nicht funktioniert, war dieses Vorhaben unmöglich. Denn die anderen (abgesehen von meiner Nachbarin) hatten kein Problem mit ihrer Heizung und wollten somit auch nichts daran ändern. Pech gehabt. Ätsch. Und wir standen da wie die begossenen Pudel.

Irgendwann nach diversen Besuchen einiger Handwerker, Geschichten, die uns aufgetischt wurden und versprochenen Angeboten, die ich bis heute nicht erhalten habe, bin ich eines Tages im Internet auf das Thema Infrarotheizungen gestoßen und habe mich dort eingelesen. Grade bei Altbauwohnungen kommt diese Heizungsvariante immer öfter und erfreut sich mittlerweile an großer Beliebtheit, auch wenn es kaum jemand zu kennen scheint und auch eine absolut falsche Vorstellung davon hat. Das ist es, dachte ich mir! Ich komme von dem Öl weg, ich brauche kein Gas und somit auch keinen im Haus zu überreden oder sogar anfangen zu betteln. Weil nach einigen richtig unverschämten Kommentaren hatte ich keinen Bock mehr irgendjemanden zu fragen und wollte für mich selbst eine Lösung finden. Und ganz ehrlich: Unabhängigkeit war noch nie verkehrt 😉

Da es sich bei Infrarotheizungen um Elektro-, also Stromheizungen handelt, war klar, dass ich einen kompetenten (hust) Elektriker brauche. Denn meine elektrischen Leitungen sind wahrscheinlich so alt wie das ganze Haus und ich wusste, dass man die Heizungen alle extra absichern muss. Und die Frage war dann auch, ob mein normaler Wechselstromzähler ausreichend ist oder ob ich gar einen Drehstromzähler brauchen würde. Grade auch für die Warmwasserlösung, die ja dann auch noch auf der Liste stand.

So. Und nun kommt eine lustige Geschichte. Was Handwerker angeht tun sich nämlich ganz schön tiefe Abgründe auf.

Elektriker 1: Zählerplätze in der Wohnung sind nicht mehr gestattet (nach VDE-Norm blablabla) und es müssten von ALLEN im Haus (!!!) die Zähler in einen Raum in den Keller umziehen. Und ich, bzw. wir (meine Nachbarin hatte sich entschieden, das Projekt neue Heizung gemeinsam mit mir zu starten), bräuchten unbedingt einen Drehstromzähler, weil die Heizungen soooo viel Strom brauchen würden, dass würde der alte Zähler nicht packen… Kostenpunkt 10.000 Euro. Abgesehen davon wären mir dann die anderen Parteien an die Kehle gegangen und ich hätte wieder betteln gehen müssen. Nein danke. Also zweite Meinung eingeholt.

Eleketriker 2: Elektriker 1 erzählt Quatsch. Die Zählerplätze müssen nicht in den Keller. Es reicht ein Brandschutzkasten im Treppenhaus, in dem der neue Drehstromzähler meiner Nachbarin und mir Platz finden würde. Kostenpunkt: 9000 Euro. (lol)
Also nur, dass Ihr mich richtig versteht: Brandschutzkasten im Treppenhaus plus zwei neue Zählerplätze. Für zwei Personen. Der andere Elektriker hätte für alle Plätze zentral im Keller 10.000. gewollt… Irgendwie bin ich mir gewaltig verarscht vorgekommen. Verzweiflung machte sich so langsam breit, denn es war Winter und wir hatten uns geschworen, dass dies der letzte mit dieser Öl-Pest-Heizung sein sollte. Die abgesehen davon immer wieder Ärger gemacht hat.

Zum Glück wurde mir von einem Bekannten die Firma Sonnen-Warm empfohlen, die sich auf Infrarotheizungen spezialisiert hat. Elektriker 1 und 2 hatten davon nämlich keinen Schimmer und „verkaufen es halt mit, wenn ein Kunde es will“. Aha. Da fühlt man sich doch wirklich super aufgehoben und top beraten. (Ironie off).

Jedenfalls war die Firma Sonnen-Warm die absolut beste Entscheidung ever. Mehrere Besuche bei uns mit super Beratung räumten die letzten Bedenken aus dem Weg, auch was die Stromkosten angeht (Infrarotheizungen sind KEINE Nachtspeicheröfen)!  Das allerbeste war allerdings, dass die Firma sehr eng mit einem Elektriker zusammen arbeitet, der schon über 600 Infrarotheizungen installiert hat. So kam also Elektriker Nummer 3 ins Haus.

Elektriker 3: Alles quatsch was Elektriker 1 + 2 erzählt haben. Es kann ALLES so bleiben wie es ist. Der Zähler kann in der Wohnung bleiben, denn der sogenannte Bestandsschutz besteht so lange, bis man an dem Zähler die Blomben entfernt. Wenn das der Fall gewesen wäre, dann hätten wir einen neuen Zähler gebraucht und der hätte nach der neuen Verordnung eben nicht mehr in der Wohnung sein dürfen. Der Zähler bleibt aber absolut unberührt und auch was den Strom angeht ist kein Wechsel auf einen Drehstromzähler von nöten. Außer ich hätte einen Durchlauferhitzer fürs Wasser haben wollen. So wird es aber nun eben ein Warmwasserboiler. Yeah!

Also Fakt: Ich brauche keine 9000 Euro ausgeben für irgendeinen dämlichen Brandschutzkasten im Treppenhaus! Elektriker Nummer 3 war also mein Mann! Abgesehen davon fragt man sich doch ernsthaft, ob Elektriker 1 + 2 einen nicht ganz gewaltig über den Tisch ziehen wollten, oder ob sie einfach keine Ahnung haben.

Im laufe der nächsten Wochen habe ich dann ein Angebot vom Elektriker 3 bekommen um die Wohnung komplett elektrisch auf den neuesten Stand zu bringen. Mit neuem Unterverteiler und Sicherungen und vielen neuen Leitungen. Für etwa knapp 5000 Euro. Man bedenke, dass bei den 9000 Euro von Elektriker 2 in der Wohnung noch gar nichts passiert wäre. Heißt, das wäre noch dazu gekommen. WTF.

Da das ganze natürlich einer Kernsanierung sehr nahe kam brauchten wir auch noch jemanden, der uns den Innenausbau macht. Also Deckenkonstruktion für eine abgehängte Decke, Isolierung der selbigen und anschließendem verspachteln und verputzen der Wände und Decken. Da jemanden aufzutreiben war aber tatsächlich das kleinste Problem.

Fazit nach knapp 3 Monaten:
Elektriker – Check!
Infrarotheizungen – Check!
Innenausbau – Check!

Fortsetzung folgt…dann mit ganz vielen Fotos!

 



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